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Fasten, fortgesetzte geschlechtliche Enthaltung, in dieWüste gehen oder auf einen Berg oder eine Säule stei-gen, oder „sich auf eine bejahrte Weide setzen, die ineinen See hinaussieht“ und schlechterdings an Nichtsdenken, als Das, was eine Verzückung und geistigeUnordnung mit sich bringen kann. Wer wagt es, einenBlick in die Wildniss bitterster und überflüssigster Seelen-nötlie zu thun, in welchen wahrscheinlich gerade diefruchtbarsten Menschen aller Zeiten geschmachtet haben!Jene Seufzer der Einsamen und Verstörten zu hören:„iVch, so gebt doch Wahnsinn, ihr Himmlischen! Wahn-sinn, dass ich endlich an mich selber glaube! Gebt Deli-rien und Zuckungen, plötzliche Lichter und Finsternisse,schreckt mich mit Frost und Gluth, wie sie kein Sterb-licher noch empfand, mit Getöse und umgehenden Ge-stalten, lasst mich heulen und winseln und wie ein Thierkriechen: nur dass ich bei mir selber Glauben finde!Der Zweifel frisst mich auf, ich habe das Gesetz getödtet,das Gesetz ängstigt mich wie ein Leichnam einen Leben-digen; wenn ich nicht mehr bin als das Gesetz, so binich der Verworfenste von Allen. Der neue Geist, derin mir ist, woher ist er, wenn er nicht von euch ist?Beweist es mir doch, dass ich euer bin; der Wahnsinnallein beweist es mir.“ Und nur zu oft erreichte dieseInbrunst ihr Ziel zu gut: in jener Zeit, in welcher dasChristenthum am reichsten seine Fruchtbarkeit an Hei-ligen und Wüsten-Einsiedlern bewies und sich dadurchselber zu beweisen vermeinte, gab es in Jerusalem grosseIrrenhäuser für verunglückte Heilige, für jene, welcheihr letztes Korn Salz daran gegeben hatten.