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Philosophen wahrhaftig nicht auf einen festeren und weni-ger trüglichen Boden gelockt hat! (— und nachträglichgefragt, war es nicht etwas sonderbar, zu verlangen, dassein Werkzeug seine eigne Trefflichkeit und Tauglichkeitkritisiren solle? dass der Intellect selbst seinen Werth,seine Kraft, seine Grenzen „erkennen“ solle? war es nichtsogar ein wenig widersinnig? —) Die richtige Antwortwäre vielmehr gewesen, dass alle Philosophen unter derVerfülirung der Moral gebaut haben, auch Kant —, dassihre Absicht scheinbar auf Gewissheit, auf „Wahrheit“,eigentlich aber auf „majestätische sittliche Gebäude“ausgieng: um uns noch einmal der unschuldigen SpracheKant’s zu bedienen, der es als seine eigne „nicht so glän-zende, aber doch auch nicht verdienstlose“ Aufgabe undArbeit bezeichnet, „den Boden zu jenen majestätischensittlichen Gebäuden eben und baufest zu machen“ (Kritikder reinen Vernunft II, S. 257). Ach, es ist ihm damitnicht gelungen, im Gegentheil! — wie man heute sagenmuss. Kant war mit einer solchen schwärmerischenAbsicht eben der rechte Sohn seines Jahrhunderts, dasmehr als jedes andere das Jahrhundert der Schwärmereigenannt werden darf: wie er es, glücklicher Weise, auchin Bezug auf dessen werthvollere Seiten geblieben ist(zum Beispiel mit jenem guten Stück Sensualismus, dener in seine Erkenntnisstheorie hinübernahm). Auch ihnhatte die Moral -Tarantel Rousseau gebissen, auch ihmlag der Gedanke des moralischen Fanatismus auf demGrunde der Seele, als dessen Vollstrecker sich einandrer Jünger Rousseau’s fühlte und bekannte, nämlichRobespierre, „de fonder sur la terre V empire de la sagesse,de la justice et de la vertu “ (Rede vom 7. Juni 1794).Andererseits konnte man es, mit einem solchen Franzosen-Fanatismus im Herzen, nicht unfranzösischer, nicht tiefer,