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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
Entstehung
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die Welt steht, war noch keine Autorität Willens, sichzum Gegenstand der Kritik nehmen zu lassen; und gardie Moral kritisiren, die Moral als Problem, als proble-matisch nehmen: wie? war das nicht ist das nichtunmoralisch? Aber die Moral gebietet nicht nur überjede Art von Schreckmitteln, um sich kritische I-Iändeund Folterwerkzeuge vom Leibe zu halten: ihre Sicher-heit liegt noch mehr in einer gewissen Kunst der Be-zauberung, auf die sie sich versteht, sie weiss zube-geistern. Es gelingt ihr, oft mit einem einzigen Blicke,den kritischen Willen zu lähmen, sogar zu sich hinüber-zulocken, ja es giebt Fälle, wo sie ihn gegen sich selbstzu kehren weiss: so dass er sich dann, gleich dem Skor-pione, den .Stachel in den eignen Leib sticht. Die Moralversteht sich eben von Alters her auf jede Teufelei vonÜberredungskunst: es giebt keinen Redner, auch heutenoch, der sie nicht um ihre Hülfe angienge (man hörezum Beispiel selbst unsere Anarchisten reden: wie mo-ralisch reden sie, um zu überreden! Zuletzt heissen siesich selbst noch gardie Guten und Gerechten.) DieMoral hat sich eben von jeher, so lange auf Erden ge-redet und überredet worden ist, als die grösste Meisterinder Verführung bewiesen und, was uns Philosophenangeht, als die eigentliche Circe der Philosophen.Woran liegt es doch, dass von Plato ab alle philoso-phischen Baumeister in Europa umsonst gebaut haben?Dass Alles einzufallen droht oder schon in Schutt liegt,was sie selber ehrlich und ernsthaft für aere fterenniushielten? Oh wie falsch ist die Antwort, welche man jetztnoch auf diese Frage bereit hält,weil von ihnen Allendie Voraussetzung versäumt war, die Prüfung des Funda-mentes, eine Kritik der gesammten Vernunft jeneverhängnisvolle Antwort Kants, der damit uns moderne