406
227.
(Ygl. Menschliches, Allzumenschliches, Aph. 417.)
Bei vielen Frauen ist wie bei Hypnotischen der In-tellect nur plötzlich und stossweise da und in unerwarte-ter Kraft: der Geist kommt dann „über sie“ und schein-bar nicht aus ihnen. Daher ihre dreiäugige Klugheit inverflochtenen Dingen, — daher auch ihr Glaube an In-spiration.
228.
(Vgl. Jenseits von Gut und Böse, Aph. 232.)
Es entkindlicht die Weiber, dass sie sich mit Kindernimmer als deren Erzieher abgeben.
22 9.
Schlimm genug! Die Zeit zur Ehe kommt viel früherals die Zeit zur Liebe: letztere gedacht als das Zeugnissder Reife, bei Mann und Weib.
230.
(Vgl. Jenseits, Aph. 123.)
Die hohe und ehrliche Form des Geschlechtsverkehrs,die der Leidenschaft, hat jetzt auch das böse Gewissenbei sich. Und die gemeinste und unredlichste das guteGewissen.
230a.
Die Ehe ist die verlogenste Form des Geschlechts-Verkehrs; und eben deshalb hat sie das gute Gewissenauf ihrer Seite.
231.
Die Ehe mag für solche recht sein, welche wederder Liebe noch der Freundschaft fähig sind und sich undandre gerne über diesen Mangel täuschen möchten, und