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189.
(Vgl. Wanderer und sein Schatten, Aph. 124.)
Faust, die Tragödie der Erkenntniss? Wirklich?Ich lache über Faust.
190.
Hamlet für eine Spitze des menschlichen Geistesanzusehen, das heisse ich bescheiden über Geist undSpitzen urtheilen. Vor allem ist es ein missrathenesWerk: sein Urheber würde es mir wohl lachend einge-stehn, wenn ich’s ihm in’s Gesicht sagte.
191.
Ihr habt mir gesagt, was der Ton und das Ohr ist:aber was geht dies die Künstler der Töne an? Habtihr die Musik damit erklärt — oder gar widerlegt?
192.
Es giebt viel mehr Sprachen, als man denkt: und derMensch verräth sich viel öfter, als er wünscht. Wasredet nicht! — Aber es giebt der Hörenden immer nochwenige, so dass der Mensch seine Bekenntnisse gleich-sam in den leeren Raum hinein plaudert: er ist ein Ver-geuder mit seinen „Wahrheiten“, wie die Sonne es mitihrem Lichte ist. — Ist es nicht schade, dass der leereRaum keine Ohren hat?
193 -
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 239.)
Jetzt erst dämmert es den Menschen auf, dass dieMusik eine Zeichensprache der Affecte ist: und späterwird man lernen, das Trieb-System eines Musikers ausseiner Musik deutlich zu erkennen. Er meinte wahrlichnicht, dass er sich damit verrathen habe. Das ist