395
wollen sich formen lassen, — das ist der Sinn ihrerCultur - Arbeit! Aber die Starken, Mächtigen wollenformen und nichts Fremdes mehr um sich haben!
So gehen auch die Menschen in die grosse Natur,nicht um sich zu finden, sondern um sich so in ihr zuverlieren und zu vergessen. Das „Ausser-sich-sein“als Wunsch aller.
179.
(Vgl. Meinungen und Sprüche, Aph. 140.)
Ein bezauberndes Werk! Aber wie unausstehlich,dass sein Schöpfer uns immer daran erinnert, es seisein Werk.
180.
(Vgl. Zarathustra, Theil i, Vorrede, Abschn. 5.)
Er hat gelernt, sich auszudrücken, — aber man glaubtihm seitdem nicht mehr. Man glaubt nur dem Stam-melnden.
181.
(Vgl. Menschliches, Allzumenschliches, Aph. 197; Meinungen und Spräche,Aph. 129, 156.)
Wer als Dichter mit baarem Golde zahlen will, mussmit seinen Erlebnissen zahlen: deshalb verbittet sichaber der Dichter seine nächsten Freunde als Interpreten:— sie errathen, indem sie zurückrathen. Aber siesollten bewundern, wohinaus einer kommt, auf demWege seiner Leiden, — sie sollten vorwärts und hinaufblicken lernen und nicht zurück, hinab.
182.
Es ist nicht leicht möglich, ein Buch zu finden, dasuns so viel lehrte, wie das Buch, welches wir machen.