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Das Stillewerden vor dem Schönen ist ein tiefesErwarten, ein Hören-wollen auf die feinsten, fernstenTöne, — wir benehmen uns einem Menschen ähnlich, derganz Ohr und Auge wird: die Schönheit hat uns etwas zusagen, deshalb werden wir stille und denken an nichts,an was wir sonst denken. Die Stille jedes Beschau-lichen, Geduldigen ist also eine Vorbereitung, nichtmehr! So steht es mit aller Contemplation: — diesefeine Fügsamkeit und Ausspannung, diese Glättung; imhöchsten Grade empfindlich, nachgiebig gegen die zartestenEindrücke.
Aber die Ruhe darin, das Wohlgefühl, dieFreiheit von Spannung? Offenbar findet ein sehrgleichmässiges Ausströmen unserer Kraft da-bei statt: wir passen uns dabei gleichsam den hohenSäulengängen an, in denen wir gehen, und geben unsrerSeele solche Bewegungen, welche durch Ruhe und An-muth Nachahmungen dessen sind, was wir sehen. Sowie uns eine edle Gesellschaft Inspiration zu edlen Ge-berden giebt.
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(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 291.)
Der Sinn unsrer Gärten und Paläste (und insofernauch der Sinn alles Begehrens nach Reichthümern) ist,die Unordnung und Gemeinheit aus dem Augesich zu schaffen und dem Adel der Seele eineHeimath zu bauen.
Die meisten freilich glauben, sie werden höhereNaturen, wenn jene schönen, ruhigen Gegenstände aufsie ein gewirkt haben: daher die Jagd nach Italien undReisen u. s. w., alles Lesen und Theater-Besuchen. Sie