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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
Entstehung
Seite
389
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Mitleid und zartes Gefühl für den Nächsten unterdie Moral (oder gar als die Moral) zu rechnen, ist einZeichen von Eitelkeit, vorausgesetzt dass man selbervon Natur mitleidig und zartfühlend ist, also ein Mangelan Stolz und Vornehmheit der Seele.

160.

(Vgl. oben S. 363, Nr. 32; Morgenröthe, Aph. 113.)

Freude am Schaden des andern ist etwas anderes alsGrausamkeit, letztere ist Genuss im Mitleiden und hatihre Höhe, wenn das Mitleiden am höchsten ist (dann, wennwir den lieben, den wir foltern). Wenn ein anderer dem,welchen wir lieben, das Wehe zufügte, dann würden wirrasend vor Wuth, das Mitleid wäre ganz schmerzhaft.Aber wir lieben ihn: und wir thun ihm wehe. Dadurchwird das Mitleid ein ungeheurer Reiz: es ist der Wider-spruch zweier entgegengesetzter starker Triebe, der hierals höchster Reiz wirkt. Selbstverstümmelung undWollust nebeneinander ist das Gleiche. Oder hellstesBewusstsein und Bleischwere und Unbeweglichkeit nachOpium.

161.

Es giebt viele Grausame, die nur zu feige zurGrausamkeit sind.

162.

(Vgl. Morgenröthe, Aph. 18.)

Wo nur immer man freiwillig Leiden auf sich nimmt,hat man auch den freien Willen, sich damit wohlzuthun.