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55 -
(Vgl. Morgenrötke, Aph. 510.)
Es ist ein Fehler des Geschmacks, wenn der Menschder Erkenntniss sich noch als „moralischer Mensch“ auf-putzt: ihm soll man gerade ansehen, dass er die Moral„nicht nöthig hat“.
56.
(Vgl. Meinungen und Sprüche, Aph. 90.)
Auch über den Werth des Erkennens ist gelogenworden: die Erkennenden sprachen von ihm stets zu ihrerVertheidigung, — sie waren stets zu sehr die Ausnahmeund beinahe die Verbrecher.
57 -
(Vgl. Zarathustra, Tkeil 4, der, Schatten.)
Ihr Liebhaber der Erkenntniss! Was habt ihr dennbis jetzt aus Liebe für die Erkenntniss gethan? Habt ihrschon gestohlen und gemordet, um zu wissen, wie eseinem Diebe und Mörder zu Muthe ist?
58 .
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 253; Jenseits, Aph. 134.)
Sehen und doch nicht glauben — ist die erste Tugenddes Erkennenden; der Augenschein ist sein grösster Ver-sucher.
59 -
(Vgl. Meinungen und Sprüche, Aph. 264.)
Je näher du der völligen Erkaltung kommst, in Be-zug auf aller bisher Werthgeschätzte, um so mehr näherstdu dich auch einer neuen Erhitzung.