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60.
In der Ermüdung werden wir auch von längst über-wundenen Begriffen angefallen.
61.
(Vgl. Menschliches, Allzumenschliches, Aph. 411.)
Etwas Ähnliches wie das Verhältniss der zwei Ge-schlechter zu einander findet sich im einzelnen Men-schen selber, nämlich das Verhältniss von Wille undIntellect (oder wie man sagt, Herz und Kopf), — das istMann und Weib; zwischen ihnen handelt es sich immerum Liebe, Zeugung, Schwangerschaft. Und wohlgemerkt,das Herz ist hierbei der Mann, und der Kopf das Weib!
62.
Das Herz ist es, das begeistert: und der Geist istes, der beherzt und kalt in der Gefahr macht. Oh überdie Sprache!
6 3 -
(Vgl. oben S. 144, Nachträge z. Fröhlichen Wissenschaft, Aph. 21.)
Erst macht der Mensch die Welt denkbar, — wirsind noch dabei —: und wenn er sie einmal verstandenhat, fühlt er, dass sie nunmehr sein Werk ist, — ach,und nun muss er sein Werk lieben, wie jeder Schöpfer!
64.
Der höchste Muth des Erkennenden zeigt sich nichtda, wo er Staunen und Schrecken erregt, — sondern da,wo er von den Nicht-Erkennenden als oberflächlich, niedrig,feige, gleichgültig empfunden werden muss.
Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XII. 24