2. Von der Erkenntniss.
5 1 -
Auch die Wahrheit verlangt, gleich allen Weibern,dass ihr Liebhaber um ihretwillen zum Lügner werde, —aber nicht ihre Eitelkeit verlangt dies, sondern ihre Grau-samkeit.
5 2 -
(Vgl. Jenseits, Aph. 24, 230.)
Auch die Wahrhaftigkeit ist nur eins von den Mittelnzur- Erkenntniss, eine Leiter, — aber nicht die Leiter.
53 -
(Vgl. Zarathustra, Theil 4, vom höheren Menschen, Abschn. 19.)
Das Leben um der Erkenntniss willen ist vielleichtetwas Tolles: aber doch ein Zeichen von Frohmüthigkeit.Der Mensch dieses Willens ist so lustig anzusehn wie einElephant, welcher versucht, auf seinem Kopfe zu stehen.
54 -
(Vgl. Bd. XI, Nachträge z. Morgenröthe, Aph. 55, 560, 561;Zarathustra, Theil I, von der schenkenden Tugend, Abschn. I;Fröhliche Wissenschaft, Aph. 242.)
Für den Erkennenden hört alles Eigenthums-Rechtauf: oder aber alles ist Raub und Diebstahl.