28g
hatten seine Gäste auch ihn vergessen? „Wo seid ihr?Wo seid ihr?“, rief Zarathustra in die Nacht hinaus: aberdie Nacht schwieg.
„Wo seid ihr? Wo seid ihr, meine Thiere?“ riefZarathustra abermals in die Nacht hinaus. Aber auchseine Thiere blieben stumm. — —
254 -
Die Rosenrede.
(Vgl. das trunkene Lied und vom höheren Menschen, Abschn. 18.)
Zarathustra gab Acht darauf, wie der Wahrsagertanzte, und zeigte mit dem Finger darnach. Dann aberentriss er sich mit einem Male dem Gedränge derDankenden und Liebenden und kletterte einige Schrittean einer schroffen Klippe aufwärts, indem er sichim Steigen einige Rosen und Rosenranken abriss.Von dieser Höhe her und, wie eben gesagt, mit Rosenin den Händen, nahm er an jenem Abende zum letztenMale das Wort: hinabschauend auf diese Schaar vonVerzweifelten, welche nicht mehr zweifelten, von Ertrin-kenden, welche auf gutem, festen Lande standen, lachteer aus ganzem Herzen, wand die Rosen zum Kranze undsprach die Rede, welche man heisst: die Rose n-Rede.
„Diese Krone des Lachenden, diese Rosenkranz-Krone: ich selber setzte mir diese Krone auf“ u. s. w.
255 -
Variante zum „trunkenen Liede“.
(Vgl. vom höheren Menschen, Abschn. 16—20.)
Da fiel der alte Wahrsager ein: „Es giebt auch imGlücke schweres Gethier, es giebt Plumpfüssler von An-
Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XII. jq