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128.
„Höre mich eine kleine Weile, oh Zarathustra — sagteeines Tages ein Schüler, — es geht mir etwas im Kopfeherum; oder fast möchte ich glauben, mein Kopf geheum etwas herum, also dass er sich im Kreise dreht.
Was ist denn das, unser Nächster? Etwas an uns,Veränderungen an uns, die uns bewusst geworden sind:ein Bild ist unser Nächster.
Aber was sind wir selber? Sind wir selber nichtauch nur Bild? Ein Etwas an uns, Veränderungen anuns, die uns bewusst geworden sind?
Unser Selbst, von dem wir wissen: ist nicht auchdas nur ein Bild, ein Ausser-uns, Äusseres, Äusserliches?Immer rühren wir nur an das Bild, und nicht an unsselber.
Sind wir uns selber nicht eben so fremd und ebenso nah, als der Nächste?
Wahrlich, wir haben ein Bild vom Menschen, — dasmachten wir aus uns. Und nun wenden wir’s auf unsselber an, — uns zu verstehen! Ach ja, verstehen!
Schlimm, zum schlimmsten steht es mit unserm Selbst-verständniss!
Unsre stärksten Gefühle: so weit es Gefühle sind,sind sie ein Äusseres, Äusserliches, Bildliches: Gleich-nisse sind sie.
Und was wir immer Welt sonst nannten: ach, armund trügerisch und hohl und dichterisch ist sie ammeisten!“
129.
Ich sehne mich und schaue in die Ferne: auf dich,mein Adler, lege ich die Hand, nun sage mir, was dasFernste war, das Adler-Augen sahen!