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„Das Recht,“ antwortete der König, denn er warmilden Sinns.
„So wähle das Recht und lass die Gnade denGewaltmenschen, als ihre eigne Überwältigung!“
„Ich erkenne Zarathustra, sagte der König mitLächeln: wer verstünde wohl, gleich Zarathustra, auf einestolze Weise sich zu erniedrigen? Aber das, was duaufhobst, war ein Todesurtheil.“
Und er las langsam daraus und mit halber Stimme,wie als ob er mit sich allein sei: „des Todes schuldig, —Zarathustra, des Volkes Verführer.“
„Tödte ihn, wenn du die Macht dazu hast“, — riefZarathustra auf eine furchtbare Weise abermals; und seinBlick durchbohrte die Gedanken des Königs.
Und der König trat nachsinnend einige Schrittezurück, bis hinein in die Nische des Fensters; er sprachkein Wort und sah auch Zarathustra nicht an. Endlichwendete er sich zum Fenster.
Als er aber zum Fenster hinausblickte, da sah eretwas, darob die Farbe seines Angesichts sich veränderte.
„Zarathustra,“ sagte er mit der Höflichkeit einesKönigs, „vergieb, dass ich dir nicht gleich antwortete.Du gabst mir einen Rath: und wahrhaftig, ich hörtegerne schon auf ihn! — Aber er kommt zu spät!“ —
Mit diesen Worten zerriss er das Pergament undwarf es auf den Boden. Schweigend giengen sie voneinander.
Was der König aber von seinem Fenster aus ge-sehn hatte, das war das Volk: das Volk wartete aufZarathustra.