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Die neue Religion.
33 -
(Vgl: Jenseits von Gut und Böse, Aph. 129.)
Ich habe den ganzen Gegensatz einer religiösenNatur absichtlich ausgelebt. Ich kenne den Teufel undseine Perspectiven für Gott.
34 -
(Vgl. Genealogie der Moral, Abhdlg. 3, Abschn. II ff.)
Ich betrachte alle metaphysische und religiöse Denk-weise als Folge einer Unzufriedenheit am Menschenund eines Triebes nach einer höheren übermenschlichenZukunft, — nur dass der Mensch sich in’s Jenseits flüchtenwollte: statt an der Zukunft zu bauen. Ein Missver-ständniss der höheren Naturen, die am hässlichenBild des Menschen leiden.
35 -
(Vgl. Jenseits, Aph. 61.)
Wenn ihr das Gesetz von Lust und Unlust übereuch fühlt und kein höheres: nun, wohlan, so wählteuch die angenehmsten und nicht die wahrscheinlichstenMeinungen: wozu bei euch Atheismus! — Der Gegensatzvon Atheismus und Theismus ist nicht „Wahrheit“ und„Unwahrheit“, sondern dass wir uns eine Hypothese nichtmehr gestatten, die wir andern recht gern nochgestatten (mehr noch!). Die Frömmigkeit ist dieeinzig erträgliche Form des gemeinen Menschen:wir wollen, dass das Volk religiös wird, damit wirnicht Ekel vor ihm empfinden: wie jetzt, wo der Anblickder Massen ekelhaft ist.