184
135 -
(Vgl. oben S. 144, Aph. 21; Wiederkunft des Gleichen, Aph. 120.)
Meine Aufgabe: alle die Schönheit und Erhaben-heit, die wir den Dingen und den Einbildungen geliehen,zurückzufordern als Eigenthum und Erzeugniss desMenschen und als-, schönsten Schmuck, schönste Apo-logie desselben. Der Mensch als Dichter, als Denker,als Gott, als Macht, als Mitleid. Oh über seine könig-liche Freigebigkeit, womit er die Dinge beschenkt hat, umsich zu verarmen und elend zu fühlen! Das ist seinegrösste „Selbstlosigkeit“, wie er bewundert und anbetet,und nicht weiss und wissen will, dass er schuf, was erbewundert. — Es sind die Dichtungen und Gemäldeder Urmenschheit, diese „wirklichen“ Naturscenen; —damals wusste man noch nicht anders zu dichten und zumalen, als indem man in die Dinge etwas hineinsah.Und diese Erbschaft haben wir gemacht. — Es istdiese erhabene Linie, dies Gefühl von trauernder Grösse,dies Gefühl des bewegten Meeres, alles erdichtet vonunsern Vorfahren. Dieses Fest- und Bestimmtsehen über-haupt!
136.
Barbarisch, gerade die Schwäche einer Sache zunehmen; das Gegentheil, eine Sache so zu nehmen, dassman an Stelle ihrer Schwäche die eigne Stärke zustellen weiss und sie so beschenkt.
137 -
Alle Leidenschaft trübt den Blick, i) für das Object,2) für den damit Behafteten. Und nun — Paradoxie!Leidenschaft der Erkenntniss, welche gerade die Erkennt-nis erkennen will und ebenso den von der Leidenschaft