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liclikeit hervorbringt. — Diese Denkweise ist mir sehr zu-wider: sie unterschätzt den Werth des Schmerzes, (erist so nützlich und förderlich als die Lust), den Werthder Erregung und Leidenschaft, er ist endlich ge-zwungen, zu sagen: alles, wie es kommt, ist mir recht,ich will nichts anders, — er beseitigt keinen Noth-stand mehr, weil er die Empfindung für Nothstände ge-tödtet hat. Das drückt er religiös auä, als volle Über-einstimmung mit allen Handlungen der Gottheit (zumBeispiel bei Epiktet).
129.
Was die Praxis betrifft: so betrachte ich die einzelnenmoralischen Schulen als Stätten des Experiments, woeine Anzahl von Kunstgriffen der Lebensklugheit gründ-lich geübt und zu Ende gedacht wurden: die Resultatealler dieser Schulen und aller ihrer Erfahrungen gehörenuns, wir nehmen einen stoischen Kunstgriff deshalb nichtweniger gern an, weil wir schon epikuräische uns zueigen gemacht haben. Jene Einseitigkeit der Schulenwar sehr nützlich, ja sie war für die Feststellung dieserExperimente unentbehrlich. Der Stoicismus zum Beispielzeigte, dass der Mensch sich willkürlich eine härtereHaut und gleichsam eine Art Nesselsucht zu geben ver-möge: von ihm lernte ich, mitten in der Noth und imSturme sagen: „was liegt daran?“ „was liegt an mir?“Vom Epikuräismus nahm ich die Bereitwilligkeit zum Ge-messen und das Auge dafür, wo alles uns die Natur denTisch gedeckt hat.