i66
hat!“ — B: „Nimm es von der besten Seite! Du bist beiihm gewaltig in der Achtung gestiegen; er hält es be-reits nöthig, dich zu verleumden.“
So.
Unsre Eltern wachsen noch in uns nach, ihre spätererworbenen Eigenschaften, die im Embryo auch vorhan-den sind, brauchen Zeit. Die Eigenschaften des Vatersdamals, als er Mann war, lernen wir erst als Mannkennen.
81.
Ist es' nicht ein Grad der Entweihung, wenn derLiebende denkt, „nicht eigentlich nach dieser Geliebtenverlange ich, sondern nach Liebe“, •— ist nicht jede Ver-allgemeinerung des Ziels eine Entweihung? Ja, schon diesist grob und beleidigend: „ich verlange nach dieser Ge-liebten“, — sondern die Sprache der Leidenschaft willnur weniges, nur einmaliges, nur ein Zeichen und Symbol.Schon alles Ganze als Ziel zu nennen ist Entweihung.Das Ideal muss zu gross als Ganzes sein, — du sollstnur einzelne Strahlen abpflücken dürfen.
82.
(Vgl. Zarathustra, 3. Theil, vom Geist der Schwere.)
Unser Auge und unsre Ästhetik sitzen auch an derTafel, und viele feine Leckerbissen bleiben uns vorent-halten, weil das Auge sagt: „dies sieht abscheulich aus“,„diese Linien sind meinem Geschmacke fremd“. Bei derAuster — und selbst diese ist vielen etwas Unmögliches— ist es die edle Arbeit der Schale, welche für die ekle,schlüpfrige Masse Fürsprache einlegt und gleichsam das