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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
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Kunst, es heisst, den Künstler zur Heuchelei verführenoder das Grosse und Seltene zur Conventionsmünze um-stempeln wollen. Ein ehrlicher Künstler, der diese ge-staltende Kraft in seinem Charakter nicht hat, ist ehr-lich, sie auch nicht in seinen Werken haben zu wollen: wenn er sie überhaupt leugnet und verunglimpft, soist dies begreiflich und mindestens zu entschuldigen: erkann da nicht über sich. So Wagner. Aber dieun-endliche Melodie ist ein hölzernes Eisen,die nicht Ge-stalt gewordene, fertig gewordene Gestalt, das ist einAusdruck für das Unvermögen der Form und eine ArtPrincip aus dem Unvermögen gemacht. DramatischeMusik, und überhaupt Attitüden-Musik, verträgt sich frei-lich am besten mit der formlosen, fliessenden Musik,ist deshalb aber niederer Gattung.

52 .

(Vgl. Bd. XI, Nachträge z. Morgenröthe, Apli. 580;

Jenseits, Apli. 256.)

Richard Wagner wollte eine grosse Cultur wie einenPlatz für seine Kunst haben, aber es fehlte ihm derneue Gedanke. So machte er Anleihen überall: zuletztchristliche Empfindungen, wenn auch noch nicht christ-liche Gedanken.

53 -

Wagners Musik gleicht der Wolke, und man mussvon der Art der Rosenkranz und Güldenstern sein, um,gleich einigen Ästhetikern, in dieser Wolke ein Kameelzu sehn und nicht mehr.