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Kunst, es heisst, den Künstler zur Heuchelei verführenoder das Grosse und Seltene zur Conventionsmünze um-stempeln wollen. Ein ehrlicher Künstler, der diese ge-staltende Kraft in seinem Charakter nicht hat, ist ehr-lich, sie auch nicht in seinen Werken haben zu wollen:— wenn er sie überhaupt leugnet und verunglimpft, soist dies begreiflich und mindestens zu entschuldigen: erkann da nicht über sich. So Wagner. Aber die „un-endliche Melodie“ ist ein hölzernes Eisen, — „die nicht Ge-stalt gewordene, fertig gewordene Gestalt“, — das ist einAusdruck für das Unvermögen der Form und eine ArtPrincip aus dem Unvermögen gemacht. DramatischeMusik, und überhaupt Attitüden-Musik, verträgt sich frei-lich am besten mit der formlosen, fliessenden Musik, —ist deshalb aber niederer Gattung.
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(Vgl. Bd. XI, Nachträge z. Morgenröthe, Apli. 580;
Jenseits, Apli. 256.)
Richard Wagner wollte eine grosse Cultur wie einenPlatz für seine Kunst haben, — aber es fehlte ihm derneue Gedanke. So machte er Anleihen überall: zuletztchristliche Empfindungen, wenn auch noch nicht christ-liche Gedanken.
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Wagner’s Musik gleicht der Wolke, — und man mussvon der Art der Rosenkranz und Güldenstern sein, um,gleich einigen Ästhetikern, in dieser Wolke ein Kameelzu sehn und nicht mehr.