io;
184.
Der Widerwille gegen das Leben ist selten. Wirerhalten uns darin und sind selber am Ende und inschweren Lagen einverstanden damit, nicht aus Furchtvor Schlimmerem, nicht aus Hoffnung auf Besseres,nicht aus Gewohnheit (die Langeweile wäre), nichtwegen der gelegentlichen Lust, — sondern wegen derAbwechslung, und weil im Grunde nichts eineWieder-holung ist, aber an Erlebtes erinnert. Der Reiz desNeuen und doch an den alten Geschmack Anklingenden,— wie eine Musik mit vielem Blässlichen.
185.
(Vgl. Morgenröthe, Apli. 151 ; Bd. XI, Nachträge z. Morgenröthe,Aph. 337-)
Während in sehr vielen Fällen das erste Kind einerEhe einen genügenden Grund abgiebt, keine weiterenKinder in die Welt zu setzen: wird doch die Ehe da-durch nicht gelöst, sondern trotz des voraussichtlichenNachtheils neuer Kinder (zum Schaden aller Späteren!)festgehalten. Wie kurzsichtig! Aber der Staat willund wollte keine bessere Qualität, sondern Masse! Des-halb liegt ihm an der Züchtung der Menschennichts! — Einzelne ausgezeichnete Männer sollten beimehreren Frauen Gelegenheit haben, sich fortzupflanzen;und einzelne Frauen, mit besonders günstigen Bedin-gungen, sollten auch nicht an den Zufall eines Mannesgebunden sein. Die Ehe wichtiger zu nehmen! Weilder Staat nicht mehr nöthig ist.