Druckschrift 
12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
Entstehung
Seite
104
Einzelbild herunterladen
 

dies hatte den Nebenerfolg, die Bürger stark, schönund fein zu machen. Ebenso förderten sie die Knaben-liebe, einmal um der Übervölkerung vorzubeugen (welcheunruhige verarmte Kreise erzeugt, auch innerhalb desAdels), sodann als Erziehungsmittel zum Agon: die Jungenund die Alten sollten bei einander bleiben, sich nichttrennen und das Interesse der Jungen festhalten, sonsthätte sich der Ehrgeiz der abgesonderten Altern auf denStaat geworfen, aber mit Knaben konnte man nicht vomStaate sprechen. So benutzte vielleicht Richelieu dieGalanterie der Männer, um die ehrgeizigen Triebe abzu-lenken und andre Gespräche, als über den Staat, inCurs zu bringen.

177.

(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 348.)

Wer auf den Geist säet, pflanzt Bäume, die sehrspät gross werden. Das, was sich vom Vater auf denSohn vererbt, sind die geübtesten Gewohnheiten (nichtdie geschätztesten!) Der Sohn verräth den Vater. DerFleiss eines Gelehrten ist entsprechend der Thätigkeitseines Vaters: zum Beispiel wenn dieser immer im Comtoirist, oder wenn er nur wie ein Landgeistlicherarbeitet.Die Griechen der höheren Stände wurden so individuellproductiv, weil sie keinen gedankenlosen Fleiss vererbtbekamen.

178.

Grundgedanke der Handels-Cultur: die niedereMasse, mit ihrem kleinen Besitz, wird unzufrieden ge-macht durch den Anblick des Reichen, sie glaubt, derReiche sei der Glückliche. Die arbeitende, über-arbeitete, selten ruhende Sclavenmasse glaubt, der Mensch