(Vgl. Bd. XI, Nachträge z. Morgenröthe, Aph. 347, 602.)
Wir treten in das Zeitalter der Anarchie: — diesaber ist zugleich das Zeitalter der geistigsten und freiestenIndividuen. Ungeheuer viel geistige Kraft ist in Um-schwung. Zeitalter der Genies: bisher verhindert durchSitten, Sittlichkeit u. s. w.
172.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 164.)
„Rudimentäre Menschen“ solche, die jetzt der Zweck-mässigkeit der Art nicht mehr dienen: aber keine selbst-eignen Wesen geworden sind. — Unzweckmässig inHinsicht auf die Art, noch nicht in Hinsicht auf kleineComplexe, und nicht in Hinsicht auf das Individuum!Sind die Zwecke des Individuums nothwendig dieZwecke der Gattung? Nein. Die individuelle Moral: inFolge eines zufälligen Wurfs im Würfelspiel ist einWesen da, welches seine Existenzbedingungen sucht, —nehmen wir dies ernst und seien wir nicht Narren, unszu opfern für das Unbekannte!
I 73-
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 164.)
Die ganze Tyrannei der Zweckmässigkeit derGattung einmal darzulegen! Wie! Wir sollten sie garnoch fördern? Sollten nicht vielmehr dem Individuumsoviel nur möglich zurückerobern? Alle Moralitätsoll darin aufgehen: was vererbbar auf die ganze Gattungist, soll den Werth ausmachen? — Sehen wir doch aufdie zufälligen Würfe hin, die dabei Vorkommen müssen,— ob da nicht manches vorkommt, was dem Gattungs-Ideal, gesetzt es würde einmal erreicht, zuwiderläuft!