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er verherrlicht seine Heerdentriebe, indem er sie alsschwere Tugenden hinstellt. — Auch im erwachtenIndividuum ist der Urbestand der Heerdengefühle nochübermächtig und mit dem guten Gewissen verknüpft.Der Christ mit seinem ,,extra ecclesiam nulla salus” istgrausam gegen die Gegner der christlichen Heerde;der Staatsbürger verhängt schreckliche Strafen über denVerbrecher, nicht als ego, sondern aus dem alten Instincte,— die That der Grausamkeit, des Mordes, der Sclaverei(Gefängniss) beleidigt ihn nicht, sobald er sie vom Heerden-instinct aus ansieht. — Alle freieren Menschen des Mittel-alters glaubten, vor allem sei das Heerdengefühl zu er-halten, das seltene Individuum müsse in dieser HinsichtVerstellung üben, ohne Hirten und den Glauben an all-gemeine Gesetze gehe alles drunter und drüber. Wirglauben das nicht mehr, — weil wir gesehen haben, dassder Hang zur Heerde so gross ist, dass er immerwieder durchbricht, gegen alle Freiheiten des Gedankens!Es giebt eben noch sehr selten ein ego\ Das Ver-langen nach Staat, socialen Gründungen, Kirchen u. s. w.ist nicht schwächer geworden: siehe die Kriege! und dieNationen!
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(Vgl. Menschliches I, Aph. 286; Morgenröthe, Aph. 105.)
Der Egoismus ist noch unendlich schwach! Mannennt so die Wirkungen der heerdenbildendenAffecte, sehr ungenau. Einer ist habgierig und häuftVermögen (Trieb der Familie, des Stammes), ein andrerist ausschweifend in Venere, ein andrer eitel (Taxationseiner selbst nach dem Maassstabe der Heerde), man sprichtvom Egoismus des Eroberers, des Staatsmanns u. s. w.— sie denken nur an sich, aber an „sich“, soweit das