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bedingt erscheinen, insgleichen der Staat, die Seele, dasGemeinwesen. Wir mögen uns noch so sehr das Ge-wordensein von dem allen Vorhalten: es wirkt aufuns als Ungewordenes, Unvergängliches und legt abso-lute Pflichten auf. „Der Nächste“ ebenfalls, wie weisewir auch über ihn sind. Der Trieb zum Unbedingt-nehmen ist sehr mächtig angezüchtet.
150.
Welches sind die tiefen Umwandlungen, welcheaus der Lehre kommen müssen, dass kein Gott für unssorgt, und dass es kein ewiges Sittengesetz giebt (atheistisch-unmoralische Menschheit)? dass wir Thiere sind? dassunser Leben vorbeigeht? dass wir unverantwortlich sind?Der Weise und das Thier werden sich nähernund einen neuen Typus ergeben!
Ui-
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 41, 324; Morgenröthe, Aph. 501 ;
Bd. XI, Nachträge zur Morgenröthe, Aph. 557 .)
Trost für die, welche zu Grunde gehen! IhreLeidenschaften als ein unglückliches Lotterieloos betrach-ten. Sehen, dass die meisten Würfe misslingen müssen,dass das Zugrundegehen so nützlich ist als das Werden.Keine Reue, Selbstmord abkürzend.
152.
Es giebt im Molecüle Explosionen und Verände-rungen der Bahn aller Atome und plötzliche Auslösungenvon Kraft. Es könnte auch mit einem Moment unserganzes Sonnensystem einen solchen Reiz erfahren, wieihn der Nerv auf den Muskel ausübt. Dass dies niegeschehen sei oder geschehen werde, ist nicht zu beweisen.