der Leidenschaft der Erkenntniss: es giebt für ihreExistenz kein Mittel, als die Quellen und Mächte derErkenntniss, die Irrthümer und Leidenschaften auch zuerhalten, aus deren Kampfe nimmt sie ihre erhaltendeKraft. — Wie wird das Leben in Bezug auf seine Summevon Wohlbefinden sich ausnehmen? Ein Spiel der Kin-der, auf welches das Auge des Weisen blickt, Gewalthaben über diesen und jenen Zustand, — und denTod, wenn so etwas nicht möglich ist. — Nun kommtaber die schwerste Erkenntniss und macht alle ArtenLeben furchtbar bedenkenreich: ein absoluter Überschussvon Lust muss nachzuweisen sein, sonst ist die Vernich-tung unser selbst in Hinsicht auf die Menschheit alsMittel der Vernichtung der Menschheit zu wählen. Schondies: wir haben die Vergangenheit, unsere und die allerMenschheit auf die Wage zu setzen und auch zu über-wiegen — nein! Dieses Stück Menschheitsgeschichtewird und muss sich ewig wiederholen, das dürfen wiraus der Rechnung lassen, darauf haben wir keinen Ein-fluss: ob es gleich unser Mitgefühl beschwert und gegendas Leben überhaupt einnimmt. Um davon nicht um-geworfen zu werden, darf unser Mitleid nicht gross sein.Die Gleichgültigkeit muss tief in uns gewirkt haben, undder Genuss im Anschauen auch. Auch das Elend derzukünftigen Menschheit soll uns nichts angehn. Aberob wir noch leben wollen, ist die Frage: und wie!
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(Vgl. Bd. XI, Nachträge z. Morgenröthe, Aph. 147, 148.)
Wenn die moralischen Leiden das Leben schwergemacht haben, — es hängt daran, dass es durchaus nichtmöglich ist, eine moralische Empfindung relativ zu nehmen;sie ist wesentlich unbedingt, wie die Körper uns un-