Druckschrift 
12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

79

mit allgemeinen Vorschriften thut jedem IndividuumUnrecht. Oder giebt es Mittel der Vorbereitung derErkenntniss, die auf jedes Wesen zuerst anwendbarsind, als Vorstufe des Experimentes? Wie wir mitden Dingen verkehren, um sie zu erkennen, so auch mitden lebenden Wesen, so mit uns. Aber bevor wir dieErkenntniss haben oder nachdem wir einsehen, dass wirsie uns nicht verschaffen können, wie dann handeln?Und wie, wenn wir sie erkannt haben? Als Kräftefür unsre Ziele sie verwenden wie anders? So wiees die Menschen immer machten (auch wenn sie sichunterwarfen: sie förderten ihren Vortheil durch dieMacht dessen, dem sie sich unterwarfen.) Unser Ver-kehr mit Menschen muss darauf aus sein, die vorhande-nen Kräfte zu entdecken, die der Völker, Stände u. s. w., dann diese Kräfte zum Vortheil unsrer Ziele zu stellen(eventuell sie sich gegenseitig vernichten lassen, wenn dasnoth thut).

Neu: die Redlichkeit leugnet den Menschen, siewill keine moralische allgemeine Praxis, sie leugnetgemeinsame Ziele. Die Menschheit ist die Macht-menge, um deren Benutzung und Richtung dieEinzelnen concurriren. Es ist ein Stück Herrschaftüber die Natur: vor allem muss, die Natur erkannt,dann gerichtet und benutzt werden. Mein Zielwäre wieder die Erkenntniss? Eine Machtmenge inden Dienst der Erkenntniss stellen?

i33-

(Vgl. Wanderer, Aph. 16.)

Die Gleichgültigkeit! Ein Ding geht uns nichts an,darüber können wir denken, wie wir mögen, es giebt keinenNutzen und Nachtheil für uns, das ist ein Fundament