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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
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zu uns hinstrebe. Man geht durch die Gassen undmeint, jedes Auge gelte uns: und was wäre es, wennein Auge und ein Wort uns wirklich gilt! nicht mehr,als es uns angeht, wenn der Blick und das Wort einemZweiten gilt, wir sollten persönlich eben so gleich-gültig sein können! Vermehrung der Gleichgültigkeit!Und dazu Übung, mit andern Augen sehen: Übung,ohne menschliche Beziehungen, also sachlich zu sehen!Den Menschen - Grössen wahn curiren ! Woher kommter? Von der Furcht: alle geistige Kraft musste immerschnell zum Persönlich-sehen zurückspringen. Es istschon das thierische Leiden. Die höchste Selbstsucht hatihren Gegensatz nicht in der Liebe zum andern! Son-dern im neutralen sachlichen Sehen! Die Leidenschaftfür das trotz allen Personen-Rücksichten, trotz allemAngenehmen und UnangenehmenWahre ist diehöchste, darum seltenste bisher!

132.

(Vgl. Morgenröthe, Aph. 501; Bd. XI, Nachträge z. Morgenröthe, Aph.

139, 140; Fröhliche Wissenschaft, Aph. 324; Jenseits, Aph. 210.)

Neue Praxis. Den andern Menschen zunächst wieein Ding, einen Gegenstand der Erkenntniss an-sehen, dem man Gerechtigkeit widerfahren lassen muss:die Redlichkeit verbietet, ihn zu verkennen, ja ihnunter irgendwelchen Voraussetzungen zu behandeln, welcheerdichtet und oberflächlich sind. Wohlthun ist dasselbe,wie eine Pflanze sich ins Licht rücken, um sie besser zusehen, auch Wehethun kann ein nöthiges Mittel sein,damit die Natur sich enthülle. Nicht jeden als Menschenbehandeln, sondern als so und so beschaffenen Menschen:erster Gesichtspunkt! Als etwas, das erkannt sein muss,bevor es so und so behandelt werden kann. Die Moral