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ein Irrthum. Alles, was in uns vorgeht, ist an sichetwas anderes, was wir nicht wissen: wir legen dieAbsicht und die Hintergehung und die Moral erst in dieNatur hinein. — Ich unterscheide aber: die eingebildetenIndividuen und die wahren „Lebens-systeme“, derenjeder von uns eins ist; — man wirft beides in eins, wäh-rend „das Individuum“ nur eine Summe von bewusstenEmpfindungen und Urtheilen und Irrthümern ist, einGlaube, ein Stückchen vom wahren Lebens-system oderviele Stückchen zusammengedacht und zusammengefabelt,eine „Einheit“, die nicht Stand hält. Wir sind Knospenan einem Baume, — was wissen wir von dem, was imInteresse des Baumes aus uns werden kann! Aber wirhaben ein Bewusstsein, als ob wir alles sein wollten undsollten, eine Phantasterei von „Ich“ und allem „Nicht-Ich“. Aufhören, sich als solches phantastischesego zu fühlen! Schrittweise lernen, das vermeint-liche Individuum abzuwerfen! Die Irrthümer desego entdecken! Den Egoismus als Irrthum einsehen!Als Gegensatz ja nicht Altruismus zu verstehen! Daswäre die Liebe zu dem andern vermeintlichen Indi-viduum. Nein! Über „mich“ und „dich“ hinaus!Kosmisch empfinden!
126.
Wer das fremde Blut hasst oder verachtet, ist nochkein Individuum, sondern eine Art menschliches Proto-plasma.
127.
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 345; Jenseits, Aph. 6, 207, 211, 212.)
„Wissenschaft“ angeblich auf der Liebe zur Wahrheit umihrer selber willen! Angeblich beim reinen Schweigen des