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Menschheit) und will die feineren Formen, den idiosyn-krasischen Geschmack ausscheiden undtödten, — sie ar-beitet gegen die Individualisirung, den Geschmack,der nur für einen Lebensbedingung ist. — Die Gattungist der gröbere Irrthum, das Individuum der feinere Irr-thum, es kommt später. Es kämpft für seine Existenz,für seinen neuen Geschmack, für seine relativ einzigeStellung zu allen Dingen, — es hält diese für besser alsden Allgemeingeschmack und verachtet ihn. Es willherrschen. Aber da entdeckt es, dass es selber etwasWandelndes ist und einen wechselnden Geschmack hat,mit seiner Feinheit geräth es hinter das Geheimniss, dasses kein Individuum giebt, dass im kleinsten Augenblickes etwas anderes ist als im nächsten, und dass seineExistenzbedingungen die einer Unzahl Individuen sind:der unendlich kleine Augenblick ist die höhereRealität und Wahrheit, ein Blitzbild aus dem ewigenFlusse. So lernt es: wie alle geniessende Erkennt-nis auf dem groben Irrthum der Gattung, den feinerenIrrthümern des Individuums und dem feinsten Irrthumedes schöpferischen Augenblicks beruht.
125.
(Vgl. Bd. XI, Nachträge z. Morgenröthe, Aph. 157, 158; FröhlicheWissenschaft, Aph. 354; Jenseits, Aph. 12, 19.)
Hauptgedanke. — Nicht die Natur täuscht uns,die Individuen, und fördert ihre Zwecke durch unsereHintergehung: sondern die Individuen legen sich allesDasein nach individuellen, das heisst falschen Maassen zu-recht; wir wollen damit Recht haben und folglich muss„die Natur“ als Betrügerin erscheinen. In Wahrheit giebtes keine individuellen Wahrheiten, sondern lauterindividuelle Irrthümer — das Individuum selber ist