entfernung, Licht und Farbe u. s.w., sind bei Seite gedrängtworden und konnten sich schlecht fortpflanzen. DieseArt, anders zu empfinden, muss in langen Jahrtausendenals „die Verrücktheit“ empfunden und gemiedenworden sein. Man verstand sich nicht mehr, man liessdie „Ausnahme“ bei Seite, zu Grunde gehen. Eine un-geheure Grausamkeit seit Beginn alles Organischen hatexistirt, alles ausscheidend, was „anders empfand“.— Die Wissenschaft ist vielleicht nur eine Fortsetzungdieses Ausscheidungsprocesses, sie ist völlig unmöglich,wenn sie nicht den „Normalmenschen“ als oberstes, mitallen Mitteln zu erhaltendes „Maass“ anerkennt! — Wirleben in den Überresten der Empfindungen unserer Ur-ahnen: gleichsam in Versteinerungen des Gefühls. Siehaben gedichtet und phantasirt, — aber die Entscheidung,ob eine solche Dichtung und Phantasma leben bleibendurfte, war durch die Erfahrung gegeben, ob sich mitihr leben lasse oder ob man mit ihr zu Grunde gehe.Irrthümer oder Wahrheiten, — wenn nur Leben mitihnen möglich war! Allmählich ist da ein undurchdring-liches Netz entstanden! Darein verstrickt kommen wirin’s Leben, und auch die Wissenschaft löst uns nichtheraus.
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Was ist Toleranz! Und Anerkennung fremder Ideale!Wer ganz tief und stark sein eignes Ideal fördert, kanngar nicht an andre glauben, ohne sie abschätzig zu be-urtheilen, — Ideale geringerer Wesen, als er ist. Dieabsolute Höhe unsres Maassstabes ist eben der Glaubean das Ideal. — Somit ist Toleranz, historischer Sinn, so-genannte Gerechtigkeit ein Beweis des Misstrauens gegenein eignes Ideal, oder das Fehlen desselben. Was ist