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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
Entstehung
Seite
70
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entfernung, Licht und Farbe u. s.w., sind bei Seite gedrängtworden und konnten sich schlecht fortpflanzen. DieseArt, anders zu empfinden, muss in langen Jahrtausendenalsdie Verrücktheit empfunden und gemiedenworden sein. Man verstand sich nicht mehr, man liessdieAusnahme bei Seite, zu Grunde gehen. Eine un-geheure Grausamkeit seit Beginn alles Organischen hatexistirt, alles ausscheidend, wasanders empfand. Die Wissenschaft ist vielleicht nur eine Fortsetzungdieses Ausscheidungsprocesses, sie ist völlig unmöglich,wenn sie nicht denNormalmenschen als oberstes, mitallen Mitteln zu erhaltendesMaass anerkennt! Wirleben in den Überresten der Empfindungen unserer Ur-ahnen: gleichsam in Versteinerungen des Gefühls. Siehaben gedichtet und phantasirt, aber die Entscheidung,ob eine solche Dichtung und Phantasma leben bleibendurfte, war durch die Erfahrung gegeben, ob sich mitihr leben lasse oder ob man mit ihr zu Grunde gehe.Irrthümer oder Wahrheiten, wenn nur Leben mitihnen möglich war! Allmählich ist da ein undurchdring-liches Netz entstanden! Darein verstrickt kommen wirins Leben, und auch die Wissenschaft löst uns nichtheraus.

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Was ist Toleranz! Und Anerkennung fremder Ideale!Wer ganz tief und stark sein eignes Ideal fördert, kanngar nicht an andre glauben, ohne sie abschätzig zu be-urtheilen, Ideale geringerer Wesen, als er ist. Dieabsolute Höhe unsres Maassstabes ist eben der Glaubean das Ideal. Somit ist Toleranz, historischer Sinn, so-genannte Gerechtigkeit ein Beweis des Misstrauens gegenein eignes Ideal, oder das Fehlen desselben. Was ist