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und überindividuelle Krankheiten. Man muss die Men-schen'studiren, in welchen die Gegenmeinung oder dieSkepsis auftaucht: ein neues physiologisches Merkmal istin ihnen, wahrscheinlich der Keim einer andern Krank-heit. — Die Menschen als die wahnsinnigen Thiere.
’ 118.
(Ygl. oben S. 29, Aph. 45; Bd. XI, Nachträge zur Morgenröthe,
Aph. 149, 272.)
Umfang der dichterischen Kraft: wir können
nichts thun, ohne nicht vorher ein freies Bild davon zuentwerfen (ob wir freilich nicht wissen, wie sich dies Bildzur Handlung verhält, die Handlung ist etwas wesent-lich anderes und verläuft in uns unzugänglichen Re-gionen). Dies Bild ist sehr allgemein, ein Schema, — wirmeinen, es sei nicht nur die Richtschnur, sondern die be-wegende Kraft selber. Zahllose Bilder haben keine Acti-vität nach sich, davon sehen wir ab: die Fälle, wo sichhernach etwas begiebt, was „wir gewollt haben“, bleibenim Gedächtniss. — Aller unsrer Entwicklung läuft einIdealbild voraus, das Erzeugniss der Phantasie: die wirk-liche Entwicklung ist uns unbekannt. Wir müssen diesBild machen. Die Geschichte des Menschen und derMenschheit verläuft unbekannt, aber die Idealbilder undderen Geschichte scheinen uns die Entwicklung selber.Die Wissenschaft kann sie nicht schaffen, aber die Wissen-schaft ist eine Hauptnahrung für diesen Trieb: wirscheuen auf die Dauer alles Unsichere, Erlogene, dieseFurcht und dieser Ekel fördern die Wissenschaft. Jenerdichterische Trieb soll errathen, nicht phantasiren, auswirklichen Elementen etwas Unbekanntes errathen: erbraucht die Wissenschaft, das heisst die Summe des Siche-ren und Wahrscheinlichen, um mit diesem Material dich-