66
113 -
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 12.)
Seien wir nicht Sclaven von Lust und Schmerz, auchin der Wissenschaft! Schmerzlosigkeit, ja Lust beweistnicht Gesundheit, — und Schmerz ist kein Beweisgegen Gesundheit (sondern nur ein starker Reiz).
114.
Vom Leben erlöst zu sein und wieder todte Naturwerden, kann als Fest empfunden werden — von Sterben-wollenden. Die Natur lieben! Das Todte wieder ver-ehren! Es ist nicht der Gegensatz, sondern der Mutter-schooss, die Regel, welche mehr Sinn hat als die Aus-nahme: denn Unvernunft und Schmerz sind bloss bei dersogenannten zweckmässigen Welt, im Lebendigen.
11 5 -
(Vgl. oben S. 24, Aph. 35; Fröhliche Wissenschaft, Aph. log; Jenseits,
Aph. 225.)
Der freiwillige Tod als Fest. — GrundfalscheWerthschätzung der empfindenden Welt gegen dietodte. Weil wir sie sind! Dazu gehören! Und dochgeht mit der Empfindung die Oberflächlichkeit, derBetrug los: was hat Schmerz und Lust mit dem wirk-lichen Vorgänge zu schaffen! — Es ist ein Nebenher,welches nicht in die Tiefe dringt! Aber wir nennen’sdas Innere, und die todte Welt sehen wir als äusser-lich an — grundfalsch! Die „todte“ Welt: ewig bewegtund ohne Irrthum, Kraft gegen Kraft! Und in der em-pfindenden Welt alles falsch, dünkelhaft! Es ist ein Fest,aus dieser Welt in die „todte Welt“ überzugehen, — unddie grösste Begierde der Erkenntniss geht dahin, dieser