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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
Entstehung
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Ein noch so complicirter Trieb, wenn er einen Namenhat, gilt als Einheit und tyrannisirt alle Denkenden, dienach seiner Definition suchen.

98.

Die Menschen sehen die kleinen sublimirten Dosennicht und leugnen sie; sie leugnen zum Beispiel die Grau-samkeit im Denker, die Liebe im Räuber. Oder sie habengute Namen für alles, was an einem Wesen hervortritt,das ihren Geschmack befriedigt. DasKind zeigt alleQualitäten schamlos, wie die Pflanze ihre Geschlechts-organe, beide wissen nichts von Lob und Tadel. Er-ziehung ist Umtaufen-lernen oder Anders-fühlen-lernen.

99.

(Vgl. Jenseits, Aph. 229.)

Das Wehethun-wollen, die Lust an der Grau-samkeit hat eine grosse Geschichte. Die Christen inihrem Verhalten gegen die Heiden; Völker gegen ihreNachbarn und Gegner; Philosophen gegen Menschenanderer Meinung; alle Freidenker; die Tagesschriftsteller;alle abweichend Lebenden, wie die Heiligen. Fast alleSchriftsteller. Selbst in den Kunstwerken sind solcheZüge, welche die Absicht auf die Nebenbuhler eingiebt.Oder wie bei Heinrich von Kleist, welcher mit seinerPhantasie dem Leser Gewalt anthun will; auch Shake-speare. Ebenso alles Lachen und die Komödie. Ebensodie Lust an der Verstellung: grosse Geschichte. Istder Mensch deshalb böse?