sehen (mehr Vernunft und Weisheit und Glück darin zu„entdecken“, als sie bis jetzt darin fanden). — Sich selberhaben wollen: Selbstbeherrschung u. s. w.
94 -
(Vgl. Bd. XI, Nachträge zur Morgenröthe, Aph. 50; Jenseits, Aph. 45.)
Der Eigenthumstrieb — Fortsetzung des Nahrungs-und Jagdtriebes. Auch der Erkenntnisstrieb ist einhöherer Eigenthumstrieb.
95 -
Im Wohlwollen ist verfeinerte Besitzlust, verfeinerteGeschlechtslust, verfeinerte Ausgelassenheit des Sicherenu. s. w. — Sobald die Verfeinerung da ist, wird diefrühere Stufe nicht mehr als Stufe, sondern als Gegen-satz gefühlt. Es ist leichter, Gegensätze zu denken, alsGrade.
96,
(Vgl. Götzendämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemässen, Nr. 23;
Antichrist, Cap. 23.)
Wenn ein Trieb intellectueller wird, so bekommter einen neuen Namen, einen neuen Reiz und neueSchätzung. Er wird dem Triebe auf der älteren Stufeoft entgegengestellt, wie als sein Widerspruch (Grau-samkeit zum Beispiel). — Manche Triebe, zum Beispielder Geschlechtstrieb, sind grosser Verfeinerung durch denIntellect fähig (Menschenliebe, Anbetung von Maria undHeiligen, künstliche Schwärmerei. Plato meint, die Liebezur Erkenntniss und Philosophie sei ein sublimirter Ge-schlechtstrieb). Daneben bleibt seine alte directe Wir-kung stehen.