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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
Entstehung
Seite
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(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 353; Jenseits von Gut und Böse,Aph. 194.)

Vielleicht lassen sich alle moralischen Triebe auf dasHaben-wollen und Halten-wollen zurückführen. DerBegriff des Habens verfeinert sich immer, wir begreifenimmer mehr, wie schwierig es ist zu haben, und wie sichdas scheinbare Besitzthum immer noch uns zu entziehnweiss; so treiben wir das Haben ins Feinere: bis zu-letzt das völlige Erkennen des Dings die Voraussetzungist, um es zu erstreben: oft genügt uns das völlige Er-kennen schon als Besitz, es hat keinen Schlupfwinkel mehrvor uns und kann uns nicht mehr entlaufen. Insofernwäre Erkenntniss die letzte Stufe der Moralität. Früheresind zum Beispiel: ein Ding sich zurecht phantasiren undnun zu glauben, dass man es ganz besitze, wie derLiebende mit der Geliebten, der Vater mit dem Kinde:welcher Genuss nun am Besitz! aber uns genügt dader Schein. Wir denken uns die Dinge, die wir er-reichen können, so, dass ihr Besitz uns höchst werthvollerscheint: wir machen den Feind, über den wir zu siegenhoffen, für unsern Stolz zurecht: und ebenso das geliebteWeib und Kind. Wir haben zuerst eine ungefähre Be-rechnung, was wir alles überhaupt erbeuten können,und nun ist unsre Phantasie thätig, diese zukünftigenBesitzthümer uns äusserst werthvoll zu machen (auchÄmter Ehren Verkehr u. s. w.). Wir suchen die Phi-losophie, die zu unserm Besitz passt, dass heisstihn vergoldet. Die grossen Reformatoren, wie Muhamed,verstehen dies, den Gewohnheiten und dem Besitz derMenschen einen neuen Glanz zu geben, nichtetwasanderes sie erstreben zu heissen, sondern das, was siehaben wollen und können, als etwas Höheres zu