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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
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(Vgl. Bd. XI, Nachträge zur Morgenröthe, Aph. 22.)

Es ist eine Haupterkenntniss, dass bei der Werth-schätzung aller Dinge der Mensch allem Gewöhnlichen,und noch mehr allem schlechthin Unentbehrlicheneinen niederen Werth gab. Das Gewöhnliche war demUngemeinen entgegengesetzt, als dasGemeine: dasUnentbehrliche als ein Zwang dem, was der freie Menschsich willkürlich verschaffen kann oder nicht kann, demÜberflüssigen, Luxushaften des Lebens. So wurde alles,was nöthig ist und alles, was üblich ist, zum Geringen:alles Fatum wurde Gemeinheit. Laune, Willkür, freier Wille,der aristokratische Hang der herrschenden und beliebigBefehlenden, die Leidenschaft für alles Seltene Schwer-zu-erlangende das war das Merkmal des höherenMenschenthums: damit erst glaubte der Mensch nichtmehr Thier zu sein. Die Klugheit und die Erfahrungzwar schrieben ihre Gesetze dem Handelnden vor undwiesen unerbittlich auf das Nöthige und das Üblichehin, aber die höhere Empfindung trennte sich oftgenug von der Klugheit und gab dem Unnöthigen unddem Ungewöhnlichen und daher meisthin auch Unklugenden Vorrang. So ist auf die Dauer der Boden unsresLebens und unsrer ganzen Lebensart das ist undbleibt doch immer das Nöthige und Gewohnheitsmässige von den höheren Empfindungen entkleidet worden!Essen und Wohnen und Zeugen, der Handel, der Er-werb, das Geschäft, ja selbst das gesellschaftliche Lebenhat sich vom Ideale abgetrennt, und die Sorgefür sich selber, selbst in ihrer feinsten Form, ist mit einemMakel behaftet, welchen der Tadel des Egoismus unddas Lob der Selbstlosigkeit zu verstehen giebt.