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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
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(Vgl. Menschliches I, Aph. 224 ff.; Bd. XI, Nachträge zur Morgenröthe, Aph.1 57, 158, 546; Fröhliche Wissenschaft, Aph. 116, 117; Jenseits, Aph.259.)

Unsre Triebe Heerdentriebe. Unsre Triebeund Leidenschaften sind ungeheure Zeiträume hindurchin Gesellschafts- und Geschlechtsverbänden ge-züchtet worden (vorher wohl in Affen-he er den): so sindsie als sociale Triebe und Leidenschaften stärker als alsindividuelle, auch jetzt noch. Man hasst mehr, plötz-licher, unschuldiger (Unschuld ist den ältesten vererbtenGefühlen zu eigen) als Patriot als als Individuum; manopfert schneller sich für die Familie als für sich: oderfür eine Kirche, Partei. Ehre ist das stärkste Gefühlfür viele, das heisst: ihre Schätzung ihrer selber ordnetsich der Schätzung anderer unter und begehrt von dortseine Sanction. Dieser nicht individuelle Egoismusist das Ältere, Ursprünglichere; daher so viel Unterord-nung, Pietät (wie bei den Chinesen), Gedankenlosigkeiüber das eigne Wesen und Wohl, es liegt das Wohl derGruppe uns mehr am Herzen. Daher die Leichtigkeitder Kriege: hier fällt der Mensch in sein älteres Wesenzurück. Die Zelle ist zunächst mehr Glied als Indi-viduum; das Individuum wird im Verlauf der Entwick-lung immer complicirter, immer mehr Gliedergruppe,Gesellschaft. Der freie Mensch ist ein Staat und eineGesellschaft von Individuen. Die Entwicklung derHeerdenthiere und gesellschaftlichen Pflanzen ist eineganz andere als die der einzeln lebenden. Einzelnlebende Menschen, wenn sie nicht zu Grunde gehn, ent-wickeln sich zu Gesellschaften, eine Menge von Arbeits-gebieten wird entwickelt, und viel Kampf der Triebe umNahrung Raum Zeit ebenfalls. Die Selbstregulirung istnicht mit einem Male da. Ja, im ganzen ist der Mensch