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(Vgl. Menschliches I, Aph. 224 ff.; Bd. XI, Nachträge zur Morgenröthe, Aph.1 57, 158, 546; Fröhliche Wissenschaft, Aph. 116, 117; Jenseits, Aph.259.)
Unsre Triebe Heerdentriebe. — Unsre Triebeund Leidenschaften sind ungeheure Zeiträume hindurchin Gesellschafts- und Geschlechtsverbänden ge-züchtet worden (vorher wohl in Affen-he er den): so sindsie als sociale Triebe und Leidenschaften stärker als alsindividuelle, auch jetzt noch. Man hasst mehr, plötz-licher, unschuldiger (Unschuld ist den ältesten vererbtenGefühlen zu eigen) als Patriot als als Individuum; manopfert schneller sich für die Familie als für sich: oderfür eine Kirche, Partei. Ehre ist das stärkste Gefühlfür viele, das heisst: ihre Schätzung ihrer selber ordnetsich der Schätzung anderer unter und begehrt von dortseine Sanction. — Dieser nicht individuelle Egoismusist das Ältere, Ursprünglichere; daher so viel Unterord-nung, Pietät (wie bei den Chinesen), Gedankenlosigkeiüber das eigne Wesen und Wohl, es liegt das Wohl derGruppe uns mehr am Herzen. Daher die Leichtigkeitder Kriege: hier fällt der Mensch in sein älteres Wesenzurück. — Die Zelle ist zunächst mehr Glied als Indi-viduum; das Individuum wird im Verlauf der Entwick-lung immer complicirter, immer mehr Gliedergruppe,Gesellschaft. Der freie Mensch ist ein Staat und eineGesellschaft von Individuen. — Die Entwicklung derHeerdenthiere und gesellschaftlichen Pflanzen ist eineganz andere als die der einzeln lebenden. — Einzelnlebende Menschen, wenn sie nicht zu Grunde gehn, ent-wickeln sich zu Gesellschaften, eine Menge von Arbeits-gebieten wird entwickelt, und viel Kampf der Triebe umNahrung Raum Zeit ebenfalls. Die Selbstregulirung istnicht mit einem Male da. Ja, im ganzen ist der Mensch