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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
Entstehung
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Werthschätzungen zu creiren: jede für ein Individuum dieletzte Thatsache und das Maass der Dinge.

Reduction der Moral auf Ästhetik!

70.

(Vgl. Bd. XI, Nachträge zur Morgenröthe, Aph. 182.)

Das Wesen jeder Handlung ist dem Menschen sounschmackhaft wie das Wesentliche jeder Nahrung: erwürde lieber verhungern als es essen, so stark ist seinEkel zumeist. Er hat Würzen nöthig, wir müssen zuzu allen Speisen verführt werden: und so auch zu allenHandlungen. Der Geschmack und sein Verhältnisszum Hunger, und dessen Verhältniss zum Bedürfniss desOrganismus! Die moralischen Urtheile sind die Würzen.Der Geschmack wird aber hier wie dort als das ange-sehn, was über den Werth der Nahrung, Werthder Handlung entscheidet: der grösste Irrthum!

Wie verändert sich der Geschmack? Wann wirder lass und unfrei? Wann ist er tyrannisch? Undebenso bei den Urtheilen über gut und böse: einephysiologische Thatsache ist der Grund jeder Verände-rung im moralischen Geschmack; diese physiologischeVeränderung ist aber nicht etwas, das nothwendig dasdem Organismus Nützliche jeder Zeit forderte. Sonderndie Geschichte des Geschmacks ist eine Geschichtefür sich, und ebenso sehr sind Entartungen des Ganzenals Fortschritte die Folgen dieses Geschmacks. GesunderGeschmack, kranker Geschmack, das sind falsche Unter-scheidungen , es giebt unzählige Möglichkeiten derEntwicklung: was jedesmal zu der einen hinführt, ist ge-sund: aber es kann widersprechend einer andern Ent-wicklung sein. Nur in Hinsicht auf ein Ideal, das er-reicht werden soll, giebt es einen Sinn beigesund und