die Sättigung erreicht, aber nicht gewollt, — die mo-mentane Lustempfindung bei jedem Bissen, so langeHunger da ist, ist das Motiv: nicht die Absicht „um“,sondern einVersuch beijedem Bissen, o b er noch schmeckt.Unsere Handlungen sind Versuche, ob dieser oder jenerTrieb daran seine Freude habe, bis in’s Verwickeltstehinein spielend. Äusserungen des Dranges nach Thätig-keit, welche wir durch die Theorie der Zwecke miss-deuten und falsch verstehen. Wir bewegen unsre Fang-arme, — und dieser oder jener Trieb findet in dem, waswir fangen, seine Beute und macht uns glauben, wirhätten beabsichtigt, ihn zu befriedigen.
64.
(Vgl. unten S. 49, Aph. 79.)
Wenn wir die Eigenschaften des niedersten belebtenWesens in unsre „Vernunft“ übersetzen, so werden „mo-ralische“ Triebe daraus. Ein solches Wesen assimilirtsich das Nächste, verwandelt es in sein Eigenthum(Eigenthum ist zuerst Nahrung und Aufspeicherung vonNahrung), es sucht möglichst viel sich einzuverleiben,nicht nur den Verlust zu compensiren, — es ist hab-süchtig. So wächst es allein, und endlich wird es soreproductiv — und theilt sich in zwei Wesen. Demunbegrenzten Aneignungstriebe folgt Wachsthum undGeneration. — Dieser Trieb bringt es in die Ausnützungder Schwächeren und in Wettstreit mit ähnlich Starken,es kämpft, das heisst: es hasst, fürchtet, verstelltsich. Schon das Assimiliren ist: etwas Fremdes sichgleich machen, tyrannisiren, — Grausamkeit.
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Wenn unsre Affecte das Mittel sind, um die Be-wegungen und Bildungen eines gesellschaftlichen