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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
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wie Vorstellung es ist. Eine Menge Vorstellungen,in Trieben einverleibt, sind blitzschnell bei der Handund gegen einander. Das Umgekehrte ist bei der Lust:die Vorstellungen, ebenso schnell zur Hand, sind inHarmonie und Ausgleichung, und dies wird vomIntellect als Lust empfunden.

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Ohne Phantasie und Gedächtniss gäbe es keineLust und keinen Schmerz. Die dabei erregten Affecteverfügen augenblicklich über vergangene ähnliche Fälleund über die schlimmen Möglichkeiten, sie deuten aus,sie legen hinein. Deshalb steht ein Schmerz im all-gemeinen ganz ausser Verhältniss zu seiner Bedeutungfür das Leben, er ist unzweckmässig. Aber dort, woeine Verletzung nicht vom Auge oder dem Getast wahr-genommen wird, ist sie viel weniger schmerzhaft, da istdie Phantasie ungeübt. An den Fingern ist der Schmerzam grössten, an Zähnen, am Kopfe u. s. w.

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Jede Lust und Unlust ist jetzt bei uns ein höchstcomplicirtes Ergebniss, so plötzlich es auftritt; die ganzeErfahrung und eine Unsumme von Werthschätzungenund Irrthümern derselben steckt darin. Das Maass desSchmerzes steht nicht im Verhältniss zur Gefährlichkeit;unsre Einsicht widerspricht. Ebenso ist das Maass derLust nicht im Verhältniss zu unsrer jetzigen- Erkennt-nis, wohl aber zurErkenntnis der primitivsten undlängsten Vorperiode von Mensch- und Thierheit. Wirstehen unter dem Gesetze der Vergangenheit, das heisstihrer Annahmen und Werthschätzungen.

Nietzsche, Werke II. Abtheilung- Band XII.

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