in fortwährendem Wechsel wäre nicht festzuhalten, annichts festhaltbar, es flösse ab wie der Regen vom Steine.Und ohne ein Beharrendes wäre gar kein Spiegel da,worauf sich ein Neben- und Nacheinander zeigen könnte:der Spiegel setzt schon etwas Beharrendes voraus. —Nun aber glaube ich: das Subject könnte entstehen, in-dem der Irrthum des Gleichen entsteht, zum Beispielwenn ein Protoplasma von verschiedenen Kräften (Licht,Elektricität, Druck) immer nur einen Reiz empfängt undnach dem einen Reiz auf Gleichheit der Ursachen schliesst:oder überhaupt nur eines Reizes fähig ist und allesandre als gleich empfindet: — und so muss es wohlim Organischen der tiefsten Stufe zugehen. Zuerst ent-steht der Glaube an das Beharren und die Gleichheitausser uns, — und später erst fassen wir uns selbernach der ungeheuren Einübung am Ausser-uns als einBeharrendes und Sich-selber-Gleiches, als Unbe-dingtes auf. Der Glaube (das Urtheil) müsste also ent-standen sein vor dem Selbst-Bewusstsein: in dem Processder Assimilation des Organischen ist dieser Glaubeschon da, — das heisst dieser Irrthum! — Dies ist dasGeheimniss: wie kam das Organische zum Urtheil desGleichen und Ähnlichen und Beharrenden ? Lust undUnlust sind erst Folgen dieses Urtheils und seiner Ein-verleibung, sie setzen schon die gewohnten Reize derErnährung aus dem Gleichen und Ähnlichen voraus!
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(Vgl. Morgenröthe, Aph. 121 ; Fröhliche Wissenschaft, Aph. 112.)Unser Intellect ist nicht zum Begreifen des Werdenseingerichtet, er strebt die allgemeine Starrheit zu be-weisen, dank seiner Abkunft aus Bildern. Alle Philo-