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(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. in; Bd. XI, Nachträge zur Morgen-röthe, Aph. 209.)
Ohne die ungeheure Sicherheit des Glaubens undBereitwilligkeit des Glaubens wäre Mensch und Thiernicht lebensfähig. Auf Grund der kleinsten Induc-tion zu verallgemeinern, eine Regel für sein Verhaltenmachen, das einmal Gethane, das sich bewährt hat,als das einzige Mittel zum Zweck glauben, — das, imGrunde die grobe Intellectualität, hat Mensch und Thiererhalten. Unzählig oft sich so zu irren und am Fehl-schluss leiden ist lange nicht so schädigend im ganzen,als die Skepsis und Unentschlossenheit und Vorsicht. DenErfolg und den Misserfolg als Beweise und Gegen-beweise gegen den Glauben betrachten ist menschlicherGrundzug: „was gelingt, dessen Gedanke ist wahr.“ —Wie sicher steht in Folge dieses wüthenden, gierigenGlaubens die Welt vor uns! Wie sicher führen wir alleBewegungen aus! „Ich schlage“, — wie sicher empfindetman das! — Also die niedrige Intellectualität, das un-wissenschaftliche Wesen ist Bedingung des Daseins,des Handelns, wir würden verhungern ohne dies, dieSkepsis und die Vorsicht sind erst spät und immernur selten erlaubt. Gewohnheit und unbedingterGlaube, dass es so sein muss, wie es ist, ist Fundamentalles Wachsthums und Starkwerdens. — Unsre ganzeWeltbetrachtung ist so entstanden, dass sie durch denErfolg bewiesen wurde, wir können mit ihr leben(Glauben an Aussendinge, Freiheit des Wollens). Eben-so wird jede Sittlichkeit nur so bewiesen. — Da entstehtnun die grosse Gegenfrage: es kann wahrscheinlich un-zählige Arten des Lebens geben, und folglich auch des