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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
Entstehung
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durch Irrthümer gezeugt wird: wie die Irrthümer aberimmer höher und feiner werden müssen: so wird eswahrscheinlich, dass das, was ursprünglich das Lebenzeugte, eben der denkbar gröbste Irrthum war, dasszuerst sich dieser Irrthum entwickelt hat, und dass über-haupt die ältesten und am besten einverleibten Irrthümeres seien, auf denen der Fortbestand der Gesellschaft be-ruht. Nicht die Wahrheit, sondern die Nützlichkeit undErhaltungsfähigkeit von Meinungen hat sich im Verlaufder Empirie beweisen müssen; es ist ein Wahn, dem auchunsere jetzige Erfahrung widerspricht, dass die möglichsteAnpassung an den wirklichen Sachverhalt die leben-günstigste Bedingung sei. Es kann sehr viele An-sätze zu Vorstellungen über die Dinge gegeben haben,die wahrer waren (und es giebt deren immer noch), abersie gehen zu Grunde, sie wollen sich nicht mehr einver-leiben; das Fundament von Irrthümern, auf dem jetztalles ruht, wirkt auswählend,, regulirend, es verlangt vonallemErkannten eine Anpassung als Function,sonst scheidet es dasselbe aus. Innerhalb jedeskleinen Kreises wiederholt sich der Process: es werdenviele Ansätze zu neuen Meinungen gemacht, aber eineAuswahl findet statt, das Lebendige, Im-Leben-bleiben-Wollende entscheidet. Meinungen haben nie etwas zuGrunde gerichtet, aber bei allem Zugrundegehenschiessen die Meinungen frei auf, die bisher unterdrücktwurden. Jede neue Erkenntniss ist schädigend, bis siesich in ein Organ der alten verwandelt hat und dieHierarchie von Alt und Jung in derselben anerkennt,sie muss lange embryonal-schwach bleiben; Ideen tretenoft spät erst in ihrer Natur auf, sie hatten Zeit nöthig,sich einzuverleiben und gross zu wachsen.