Druckschrift 
11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
425
Einzelbild herunterladen
 

425

Aphorismen. Später Nachträge zu den Unzeitgemässen Be-trachtungen (aphoristisch). Gleichzeitig entwarf er folgendenVoranschlag für neueUnzeitgemässe Betrachtungen:

1. Der Freigeist, 1877.

2. Weib und Kind, 1878.

3. Die Griechen, 1879.

4. Die Leichtlebenden, 1880.

5. Eigenthum und Arbeit, 1881.

6. Der Lehrer (der Tod der alten Cultur), 1882.

7. Die Natur, 1883.

8. Die Geselligkeit, 1884.

9. Der Staat, 1885.

In dieser Übersicht fehlt die Betrachtung über dieReli-gion, die sich in einer gleichzeitigen Zusammenstellung aufderselben Notizbuchseite verzeichnet findet: Nietzsche hat siebei Aufstellung des zweiten Verzeichnisses offenbar nur über-sehen.

Die Absicht, mit diesen neuen Ideen die Reihe derUn-zeitgemässen Betrachtungen fortzusetzen, nahm also Nietzschemit nach Sorrent, wo er vom November 1876 bis Mai 1877den Inhalt desMenschlichenin allen Hauptsachen nieder-schrieb. Den ersten Entschluss, dieUnzeitgemässen Betrach-tungen als beendet gelten zu lassen und den Anbruch einerneuen Gedankenwelt auch durch einen neuen Titel anzukündigen,hat er vor Mitte Februar 1877 gefasst; endgültig ging er zurForm des Aphorismenbuchs erst im Winter 187778 in Baselüber, als Herr Peter Gast unter seiner Beihülfe aus den Sorren-tiner Niederschriften dasMenschliche, Allzumenschliche zu-sammenstellte.

DieSorrentiner Papiere, das heisst die in Sorrententstandenen Aufzeichnungen, die in Rosenlaui (Sommer 1877)und in Basel nicht wesentlich vermehrt worden sind, scheinenfast vollständig erhalten zu sein. Es ist ein Convolut loserBlätter von ungefähr 450 Seiten, die zum grössten Theil vonNietzsche selbst beschrieben, zum kleineren, nach früheren Auf-zeichnungen, seinem Schüler Albert Brenner in Sorrent dictirt