Druckschrift 
11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
419
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Bei der Einordnung der einzelnen Aphorismen ist der Her-ausgeber überall den Dispositionen Nietzsches gefolgt: dochhat er sich strenger als der Autor selbst an die logische Ord-nung der Gedanken halten müssen. Nietzsche liebt es, inseinen Aphorismenbüchern, sowohl bei der Einordnung unterdie Haupttheile, wie in der Reihenfolge der einzelnen Apho-rismen, die streng logische Folge der Gedanken zu Gunsteneiner gewissen ästhetischen Willkür zu unterbrechen: dem Her-ausgeber sind solche Freiheiten untersagt, er musste in derDisposition des Ganzen, wie in der Reihenfolge des Ein-zelnen klare, logische Gliederung des GedankenstofFs als oberstesGesetz gelten lassen. In den zahlreichen Fällen, wo Zweifelobwalten konnten, welchem der Hauptabschnitte ein Apho-rismus zugehöre, und wo die nach verschiedenen Seiten hinausstrahlenden Beziehungen eine allen Zweifeln enthobene Ent-scheidung unmöglich machten, musste nach sorgfältiger Prüfungdas Ermessen des Herausgebers entscheiden. In solchen Fällentritt die Freiheit des persönlichen Geschmacks in ihr Recht.

Vielleicht ist es nicht überflüssig, ausdrücklich darauf hin-zuweisen, dass die Nachberichte nur knapp und summarisch,unter Weglassung jeder unfruchtbaren Einzelheit, über die mitge-theilten Entwürfe, ihre Beziehungen zu früheren, gedruckten WerkenNietzsches, über das zum Abdruck verwendete handschriftlicheMaterial und dergleichen mit der Herausgabe direct zusammen-hängende Fragen, Auskunft geben sollen. Wenn sie hier undda auf einige aus der Entstehung und der Natur des neuge-druckten Materials sich direct ergebende Consequenzen fürNietzsches innere Entwicklung hinweisen, so vermeiden sie esdoch überall und grundsätzlich, in die wissenschaftlich-kritischeVerarbeitung der Philosophie Nietzsches hinüberzugreifen. Ins-besondere wird nicht beabsichtigt, über das Verhältniss Nietzscheszu philosophischen Vorgängern, litterarischen Quellen und geistigenAnregungen andrer Art Auskunft zu geben. Das alles würdeeinen umfangreichen kritischen Apparat nothwendig machen,auf den für diese Ausgabe absichtlich verzichtet worden ist: esbleibt den Untersuchungen späterer Commentatoren Vorbehalten.

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