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Wie die Natur nicht nach Zwecken verfährt, so sollteder Denker auch nicht nach Zwecken denken, das heisstnichts suchen, nichts beweisen oder widerlegen wollen,aber so wie bei einem Musikstück zuhören: er trägteinen Eindruck davon, je wie viel oder wie wenig ergehört hat. Dieser Eindruck entsteht aus einer Ver-gleichung dessen, was man früher an Eindrücken vonMusik gehabt hat, man muss diese Art Sprache ver-stehen; je feiner man sie versteht, desto grösser ist Lustund Unlust dabei. Der grobe Mensch geniesst dasLeben wie die Musik jeder Art, wesentlich als Ge-nuss und Lust. — Die feineren Kunstfreuden sowiedie feineren Erkenntnisse muss man theuer erkaufen, dasheisst zu oft durch Enttäuschung Unbehagen leiden. —Die Masse und die Häufigkeit des musikalischen Genussesnimmt mit der Verfeinerung des Geschmacks ab, ■— istdas ein Gegengrund gegen die Entwicklung derMusik und die Pflege derselben? Und ist es nicht inallem so, auch in der Erkenntniss? An was für Dingenhat ein Kind Erkenntnissfreuden? Und wie grosse!
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(Vgl. oben S. 224, Aph. 113; Bd. XII, Nachträge zur fröhlichen Wissen-schaft, Aph. 7.)
Bisher gab es Verherrlicher des Menschen und Ver-unglimpfer desselben, beide aber vom moralischenStandpunkte aus. La Rochefoucauld und die Christenfanden den Anblick des Menschen hässlich: dies istaber ein moralisches Urtheil, und ein andres kannteman nicht! Wir rechnen ihn zur Natur, die weder bösenoch gut ist, und finden ihn dort nicht immer hässlich,