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522.
(Vgl. Fröhliche 'Wissenschaft, Aph. 264.)
Sie nennen es meinen Muth, andere werden es meineSchamlosigkeit nennen. Das Loben und Tadeln trifftnicht die Sache, sondern ein Verhältniss des Lobendenund Tadelnden zu dieser Sache.
523-
Der eine giebt seinen Handlungen am Schluss einenanmaasslichen Charakter durch eine Art Ausdeutung, derandere handelt von vornherein anmaassend. Der erste,der sich gehen lässt und erst am Schluss der Handlungeinen Blick auf die andern wirft, hat mehr Stolz alsder andere, aber kennt das Wesen des Stolzes schlechterals der andere.
5 2 4 -
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 105, 326.)
Die Verkümmerung vieler Menschen hat darin ihrenGrund, dass sie immer an ihre Existenz in den Köpfender andern denken, das heisst: sie nehmen ihre Wir-kungen ernst und nicht das, was wirkt: sich selber.Unsere Wirkungen aber hängen von dem ab, woraufgewirkt werden muss, stehen also nicht in unserer Ge-walt. Daher so viel Unruhe und Verdruss.
5 2 5 -
(Vgl. Menschliches, AUzumenschliches I, Aph. 89.)
Anstatt zu wünschen, dass andere uns so kennen,wie wir sind, wünschen wir, dass sie so gut als möglichvon uns denken; wir begehren also, dass. die andernsich über uns täuschen: das heisst wir sind nicht stolzauf unsere Einzigkeit.