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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
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und schlechterdings niemand sein Bild eines andern un-ausgeführt lassen will? Die Furcht und die Gewohnheitder Furcht:er zeigt diesen Zug, wde wenn er immerso wäre? Nehmen wir es der Vorsicht halber an, näm-lich wenn es ein gefährlicher Zug ist!

' 5I9-

Manche allzuängstliche Staatsmänner mögen thun,was sie wollen, es bleibt immer ein Flecken an ihnenhaften: wie manche nicht ein Ei aufschlagen können,ohne sich schmutzig zu machen.

52a

(Vgl. Jenseits, Aph. 170«)

Der Tadelnde grenzt sich gegen uns ab; er ist nichtfür uns eingenommen und will uns nicht einnehmen: erlässt frei, während der Lobende von uns Besitz ergreifenwill. Dies beachte der, welcher sich selber kennen unddoch unabhängig bleiben will.

521.

(Vgl. oben S. 325, Aph. 339.)

Ob man lobt oder tadelt: man fürchtet dabei. Mitdem Tadel wollen wir uns fürchten machön, mit demLobe wollen wir den andern heimlich einnehmen, ihnmit uns versöhnen oder uns auf die Seite jener Machtbringen, die wir fürchten. Aber nur das seltensteLob, der seltenste Tadel ist ehrlich, das heisst: drückteinfach unsere Furcht vor einer Person aus, sondern zu-meist drücken wir unsere Furcht vor andern andersaus, als wir empfinden, aus Furcht vor einer zweitenPerson. Gewöhnlich ist Lob und Tadel eine durch Furchtgekreuzte Furcht.