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497 -
Ein ganz bewusster Egoismus würde jener Freudenentbehren, welche durch eingebildete Motive entstehenoder dadurch, dass wir nur ein Motiv von den vielensehen wollen.
498.
(Vgl. Jenseits, Aph. 219.)
Die Verfeinerung der Intelligenz verfeinert auch unsreBosheit, und die Lust am Intellect giebt uns zuletzt auchLust an der verfeinerten Bosheit der andern. Der Fort-schritt besteht in dem Grade, als der Mensch Bosheitvertragen kann, ohne zu leiden.
499.
Wo die Moralität am grössten ist, da geht der In-tellect zu Grunde. Die Voraussetzung, dass der Nachbaruns betrügt, wo er kann, hält unsern Kopf in Spannung.
500.
Warum erscheint es verächtlich, dass jemand sichöffentlich schmeicheln lässt, etwa ein älterer Mann durchJünglinge? Weil er der Scham in’s Gesicht schlägt: dieScham will, dass eine so grosse Begierde, wie die nachder Schmeichelei, gar nicht oder nur im Verborgenenbefriedigt werde: die allzugrosse Unsinnigkeit macht derallgemeinen menschlichen Vernunft Schande.
501.
Dieselben Dinge werden immer wieder gethan, aberdie Menschen umspinnen sie mit immer neuen Gedanken(W erthschätzungen).