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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
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49 1 -

Der trübe Ernst, die Spannung und die Furcht sindallen Leidenschaften gemeinsam: es ist in ihnen keinÜberschuss von Leben, ja es scheint, als ob nicht genugdavon vorhanden sei.

49 2 -

Die wortkarge Leidenschaft mit düstern Augen, beiCalvin, wird leicht verleumdet. Grazie und Geist in derLeidenschaft wird in Deutschland nicht geglaubt.

493 -

Das grosse volle offene Auge hat der, welcher ge-wohnheitsmässig viel auf einmal überschauen will, alsodas Kind, welches oft erstaunt ist, der Liebende, der allsein Glück mit seinem Blicke umspannen möchte, derDenker, der viele wichtige Ding'e vor sich hat und sieordnen will. Andere, welche viel an kleine Dinge denken,haben das verkleinerte scharfe Auge, sie wollen mög-lichst genau sehen, als ob sie den Bewegungen einesInsectes folgten, so auch der Argwöhnische. Der Schreckenblickt gross, weil in ihm Erstaunen ist, die Furcht wechseltdie Richtung des scharfen Blickes sehr schnell, unruhigdarüber, woher die Gefahr kommt.

494 -

Wer nach zwei Tagen strengen Fastens .einenSchluck Champagner trinkt, der empfindet etwas, dasder Wollust ganz nahe kommt. Der Blick eines Men-schen, der wochenlang in einer dunklen Höhle gelebt hat,in die Natur ist ein Rausch des Auges. Und nachJahren wieder unsre Musik zu hören! Die Asketenwissen allein, was Wollüste sind.